Eyco vom Unkenschrei

 

Eyco ist ein toller Hund und als Familienmitglied nicht mehr wegzudenken. Er begeistert mich heute noch genauso wie am ersten Tag. Durch Eyco ist meine Naturverbundenheit noch weiter gestiegen und er motiviert mich jeden Tag zu einem Spaziergang, egal wie spät es geworden ist.

Warum gerade ein Eurasier?
Der Eurasier ist eine gezielte Kreuzungszucht aus Chow-Chow, Wolfsspitz und Samojede. So konnten bewusst die erwünschten Eigenschaften der Ausgangsrassen verstärkt werden. Vom Chow-Chow hat er die enge Bindung zu seinen Menschen, die Zurückhaltung gegenüber Fremden sowie die erfreulich geringe Bellfreudigkeit. Vom Wolfsspitz konnte die Wachsamkeit und der geringe Jagdtrieb weitergegeben werden. Seine liebenswerte Art, Eleganz und Ursprünglichkeit bekam er vom Samojeden.

 

Ich wollte einen mittelgroßen, sportlichen, Hund mit ursprünglichen Instinkten der mich bei meinen Freizeitaktivitäten ebenso zuverlässig begleitet wie die gesamte Familie bei unseren Ausflügen. Optisch sollte er seinen Vorfahren ähneln und nicht einem absurden Rassestandard mit unerfreulichen Gesundheits- oder Wesensproblemen genügen. Aufgrund unserer Lebensumstände kam aber ein Schlittenhund nicht in Frage. Er sollte tagsüber mit dem Bewachen von Haus und Garten beschäftigt sein.

Die ersten Wochen
Wer einen Eurasier-Welpen sieht, wird begeistert sein. Die kleinen Welpen sehen aus wie kleine Teddybären. Bei vielen Spaziergängen in dieser Zeit blieben Auto- und Radfahrer stehen und erkundigten sich was dies für ein extrem lieber Hund sei. Auch unsere Kinder liebten Eyco vom ersten Tag an. Nachdem Eurasier keiner Farbzucht unterliegen war es außerdem spannend, welche Farbe und Schattierung er haben würde.

 

 

 

Welpenschule, Begleithundeprüfung und Agility
Für mich war klar, dass ich mit Eyco eine Welpenschule besuchen werde, um ihm den notwendigen Kontakt zu anderen Welpen zu ermöglichen. Dabei hatten wir beide großes Glück, da unsere Trainerin selbst Eurasier hatte und so auf die doch etwas andere Art des Eurasiers eingehen konnte. In der Welpenschule konnte er außerdem viele neue Dinge kennen lernen. Ich bin mir sicher, dass dies neben den rassetypischen Eigenschaften zu seinem ausgeglichenem Wesen beigetragen hat. Anschließend haben wir die Begleithundeprüfungmit „Vorzüglich“ abgelegt. Er lernte einerseits die Unterordnungsübungen außerordentlich schnell, andererseits musste ich aber feststellen, dass er die Übungen nur anfangs mit Freude ausführte. Anstatt die nächst BGH zu absolvieren, begannen wir mit Agility. Auch hier konnte ich feststellen, dass er die Übungen sehr schnell erlernte (auch im Vergleich zu den typischen und erfolgreichen Rassen im Agility-Sport). Er war rasch ein Null-Fehler Hund. Aber anstatt die Übungen immer schneller auszuführen, schien er die Sache zunehmend langweilig zu finden. Dies erkannte man deutlich an seinem Ausdruck, seinem Gehabe und wie er seine Rute trug.
So beschlossen wir gemeinsam die Schule sein zu lassen und uns aufs „richtige Leben“ zu konzentrieren ...

In der Familie
Als Eyco Weihnachten 2001 zu uns kam, waren unsere Buben gerade 8 und 3 Jahre alt und der Dritte bereits unterwegs. Schon früh konnte unser Thomas auch einmal allein mit Eyco eine kleine Runde spazieren gehen, denn er lernte sehr schnell sich ganz leicht führen zu lassen.
Als Alexander zur Welt  kam, wählte Eyco seinen Schlafplatz gerne neben dem Kinderwagen im Garten. Obwohl selbst noch nicht einmal ein Jahr alt, hatte er seinen Job als zuverlässiger Wächter über sein Rudel und sein Revier übernommen. 
Beim Fliegenfischen
Ab und zu habe ich die Gelegenheit an einem sehr schönen, abgelegenen, kleinen Fluss zum Fliegenfischen.  Eyco ist schon immer aufgeregt, wenn ich meine Fliegenrute ins Auto packe.
Am Fluss angekommen, späht er sofort nach den Fischen. Beim Drill geht er auch ins tiefe Wasser – was er ansonsten vermeidet - und will den Fisch am liebsten selbst herausholen. Am Ufer bewacht er dann seine Beute. So gesehen hat auch der Eurasier Jagdtrieb, zumindest wenn man es zulässt.

 

 

Beim Wandern
Eyco begleitet mich sehr gerne beim Bergwandern, z.T. einen ganzen Tag ohne angeleint zu sein. Oft legen wir beim Spazierengehen eine Jogging-Runde ein. Manchmal läuft er auch neben dem Rad – allerdings sollte man dies nicht über 18°C oder mit einem untrainierten Hund machen soll. Am Wochenende machen wir oft einen kleinen Ausflug und genießen die Abwechslung. Gerne treffen wir Freunde mit ihren Hunden und sind dann zurecht stolz auf unseren verträglichen Eurasier-Rüden. Einzig beim Schwimmen begleitet mich Eyco nicht ins Wasser.
Im Winter gehen wir nach der Arbeit gerne über die schneebedecken Wiesen und Felder. Im Licht der Taschenlampe erkundigen wir Spuren von Mäusen oder Vögeln. Die Stimmung im Wald ist bei dunkler Nacht für Eyco und mich sehr aufregend. Für Eyco, da er viele Düfte, Geräusche und wahrscheinlich auch die Umrisse von den Waldbewohnern auf- und wahrnimmt und für mich, da ich hauptsächlich auf meinem Gehörsinn und seine Sinne angewiesen bin.

Eyco und Amy
Viele Leute verwechseln Eyco mit einem Husky, denn mit einer Schulterhöhe von 60 cm und einem Gewicht von 26 kg macht er durchaus einen sportlichen Eindruck. Amy wird oft als Windhund-Mix eingestuft, da sie wegen ihres kurzen Fells etwa nur halb so breit wie Eyco aussieht.Eyco und Amy passen wunderbar zueinander, sie spielen oft und gehen sehr liebevoll miteinander um. Ab und zu geben sie im Garten richtig „Gas“ und spielen Fangen – mit voller Geschwindigkeit.
Der Kurzhaar-Collie ist ebenfalls eine ursprüngliche Rasse. Amy ist aber verspielter und apportiert sehr gerne Holzstöcke o. ä. Außerdem liebt sie Ballspiele.
Als Familienhunde kann man beide Rassen sehr empfehlen. Will man einen Ruhigeren, entscheidet man sich eher für den Eurasier; will man den Verspielteren, ist der Kurzhaar-Collie empfehlenswert. Sportlich gesehen würde ich den Eurasier eher dem Walker und Wanderer - auch dem Fischer - empfehlen und dem Dauerläufer, Hundesportler oder Wanderreiter den Kurzhaar-Collie. Aber in jedem Fall brauchen beide den engen Familienanschluss und „geben“ dann ein Vielfaches an ihre Menschen zurück.

„Als Gott die Welt zwischen den Tieren und den Menschen teilte,
sprang einzig der Hund in letzter Sekunde über die Schlucht zum Menschen.“
– Indianisches Sprichwort

 

… und lebt seither in einer sehr speziellen Nische mit seinem Mensch.

Jürgen

 

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